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Abenteuer

"Pfadfinder" und "Abenteuer", diese beiden Begriffe passen gut zusammen, aber warum?
Ein Abenteuer, das ist grundsätzlich ersteinmal etwas Besonderes, etwas Aufregendes. Zum Beispiel eine neue Erfahrung, ein Kennenlernen seiner eigenen Grenzen oder ein über sich Hinauswachsen. Bei den Pfadfindern erlebt man ständig Neues und das kann vollkommen unterschiedlich aussehen:
Mag es am Anfang noch die erste Gruppenstunde und das Kennenlernen neuer Freunde sein, kann sich das schon sehr bald ändern. Einige Wochen später nämlich ist man vielleicht auf Wanderfahrt, hat sein Handy fast eine Woche lang nicht mehr gesehen und liegt abends im Zelt, dem Wald um sich herum lauschend. Man denkt, dass man hier sicher nicht einschlafen kann, und erinnert sich beim Vogelzwitschern am Morgen dann doch nicht mehr so recht, ob man noch lange wachgelegen hat.
Und wenn ein Anstieg des Wegs wirklich unüberwindbar scheint, ist man danach umso begeisterter, wenn man es doch gut nach oben geschafft hat und den Ausblick genießen kann. Auf Zeltlagern misst man sich zudem bei Geländespielen mit dem Sheriff von Nottingham oder anderen Fieslingen, "bewaffnet" mit Schwimmnudel und selbstgebautem Holzschild.
Vor allem die Anfangszeit ist voller Abenteuer, aber auch mit steigendem Alter bleiben die neuen Erfahrungen nicht aus. Man lernt, mit und in der Natur umzugehen, Werkzeug zu benutzen und Knoten zu machen.
Und dann kann man schon bald sein erstes, eigenes Lagerfeuer machen, wandert mit seinen Gefährten mehrere Wochen lang durch Norwegen, Italien oder Rumänien und kommt mit einer Menge Geschichten und Abenteuer im Gepäck zurück.
Ein Abenteuer, dem sich außerdem ältere Heliand-Pfadfinder daraufhin auch immer wieder stellen, ist das wohl größte Abenteuer: das Weitergeben dieser Begeisterung und dieser Erfahrungen.
Wenn man sich (ab etwa 16 Jahren) dafür entscheidet, eine eigene Pfadfindergruppe zu leiten und den Jungen das, was man selber erlebt hat, näherzubringen, ist jeder anvertraute Junge mit seinen Bedürfnissen eine neue Herausforderung, ein Abenteuer, das es zu meistern gilt.

Glaube

Die Basis unserer Jugendarbeit bildet der christliche Glaube.

Eine unserer Pfadfinderregeln lautet "Ich will die Botschaft von Jesus Christus kennenlernen." Deshalb beschäftigen wir uns in unseren wöchentlichen Gruppenstunden, auf Wanderfahrten und Zeltlagern bei Andachten und Gottesdiensten mit unserer persönlichen Glaubensentwicklung und laden die Jungen zum Glauben ein.

Dabei passt unsere pfadfinderische Grundlage optimal zu unserem Anspruch der christlichen Jugendarbeit.

Mit Gitarrenbegleitung, aufwändigen Anspielen und modernen, geistlichen Liedern bieten Pfadfindergottesdienste eine auch für Jüngere ansprechende Alternative zu klassischen Kirchengottesdiensten. Losungen und Bibelsprüche werden altersspezifisch aufbereitet und den Jungen mit Aktualitäts- und Lebensbezug weitergegeben.

Ganz getreu dem Motto "Es sei die Tat voran dem Wort!" reden wir aber nicht nur über den Glauben, wir leben ihn auch. In unserem alltäglichen Miteinander achten wir besonders darauf, die christlichen Werte und Ideale bewusst umzusetzen, damit ein für Alle angenehmes Miteinander entstehen kann.

Dabei beginnt letztlich auch alles damit, was den Jungen vorgelebt wird. Dieser Verantwortung sind sich die älteren Heliand-Pfadfinder, beispielsweise die Gruppenleiter, bewusst und dienen damit als Orientierung für die Jungen in ihrem sozialen Umgang.

Gemeinschaft

Wer bei den Pfadfindern ist, der erlebt eine Gemeinschaft ohnegleichen.
Die eigene Gruppe, mit der man über Jahre hinweg zusammenwächst, gemeinsam Abenteuer bestreitet und Erfahrungen sammelt, ist nur das Sprungbrett in die große, bundesweite Gemeinschaft der Heliand-Pfadfinder.

In der kleinen Gruppe, zum Beispiel auf Wanderfahrt, erlebt man, was wirklicher Zusammenhalt bedeutet, wenn einem innerhalb weniger Tage die Menschen so vertraut sind, als würde man sie schon jahrelang kennen, wenn man gemeinsam zu Abend gegessen hat, wenn man im selben Zelt geschlafen hat.
Eine wichtige Grundeigenschaft, die man außerdem unter anderem auch auf Fahrten im Laufe der Zeit erlernt, ist, die anderen so anzunehmen, wie sie sind. Bei einer großen Gemeinschaft ist es ganz besonders wichtig, dass sich jeder mit seinen Stärken einbringt, damit die Schwächen, die jeder Mensch natürlicherweise (genauso wie Stärken) hat, nicht so stark ins Gewicht fallen. Dass man gemeinsam wirklich stark ist, erfährt man eben doch am besten selber ganz direkt.

Dass aus diesen Erfahrungen heraus lebenslange Freundschaften entstehen, ist keine Seltenheit. Ganz getreu dem Motto "Das grüne Hemd zieht man nie ganz aus!" treffen sich viele ehemalige Heliand-Pfadfinder noch immer regelmäßig für Wandertouren und andere gemeinsame Aktionen.

Doch, ja, woher kommt eigentlich diese Verbundenheit, diese Gemeinschaft?

Ein entscheidender Punkt ist in unserer gemeinsamen Identifikation als Heliand-Pfadfinder begründet:
Wir tragen aus eben diesem Grund eine gemeinsame Tracht ("Kluft" bei anderen Pfadfinderschaften), die schon von weitem erkennbar ist und vor allem uns Pfadfindern immer auch schon erste Informationen über den Gegenüber verrät. Tragen alle Teilnehmer eine Tracht, so sind durch diese "Kleiderordnung" automatisch alle auch äußerlich ersichtlich gleichwertig und -wichtig. Unterschiedliche Sozialisation, Herkünfte, Lebenseinstellungen etc. bieten damit keine Angriffsfläche für Vorurteile mehr, alle können sich auf Augenhöhe begegnen.

Natur

Bei den Heliand-Pfadfindern bildet das Beschäftigen mit der Natur einen zentralen Inhalt.

Zum einen üben wir in unseren wöchentlichen Gruppenstunden mit unserem "Ausbildungsstoff", der sogenannten Pfadfindertechnik, verschiedenste Aspekte der Natur, z.B. das Erkennen von Pflanzen und Sträuchern, Tierspuren oder auch Wetterveränderungen.
Meist und vor allem in Großstädten passiert das zuerst nur theoretisch, aber trotzdem suchen wir so oft wie nur möglich den Weg ins Freie; auf einer Wiese oder zwischen Bäumen fühlt sich ein Pfadfinder dann eben doch noch am wohlsten!

Zum anderen wird die Natur natürlich besonders eindrucksvoll erfahrbar auf unseren Wanderfahrten, bei denen wir uns bis auf (möglichst) wenige Abstecher in nahegelegene Dörfer tagelang komplett mit Natur umgeben.
Dabei lassen sich natürlich vor allem die theoretischen Kenntnisse in Pfadfindertechnik sehr viel besser noch einmal vor Ort begreifen.

Hat man ein paar Tage in der Natur gelebt, bildet sich ganz automatisch ein besonderes Verhältnis zur Umwelt, ein Verständnis und Sinn dafür, dass sie nicht nur deshalb etwas Besonderes ist, weil sie Pfadfindern einen Raum gibt, sondern weil sie Lebensraum für Tiere, Pflanzen und auch uns Menschen ist.
Lebewesen werden als solche erkannt und geachtet, es werden Berührungsängste abgebaut und man bemüht sich, seine Umwelt möglichst unangetastet zu lassen oder schöner zu verlassen, als man sie vorgefunden hat.

Damit dieses Umweltbewusstsein und auch unsere Pfadfinderregel "Ich will ein Freund der Natur sein!" nicht nur in fernen Gebieten Anwendung findet, veranstalten die Heliand-Pfadfinder immer wieder Müllsammlungen und ähnliche Aktionen in Wäldern und im Grün vor Ort.