Kubb Spiel
Kubb (Sprich: "Kübb") ist ein Freiluftwurfspiel für 2 - 12 Personen aus der Zeit der Wikinger. Ausgehend von der Insel Gotland, wo jährlich die offiziellen Weltmeisterschaften stattfinden, avancierte es in den letzten Jahren zum absoluten Sommerhit. Auf beiden Seiten des Spielfeldes stehen die Mannschaften und versuchen, mit den Wurfhölzern die 5 Kubbs der Gegner umzuwerfen. Wenn alle gegnerischen Kubbs getroffen wurden, ist der König vogelfrei!
Es werden zwei Teams, ein Kubb-Spiel sowie eine relativ ebene Fläche (zwischen 3 x 6 und 8 x 10 Metern) benötigt. Gewöhnlich spielt man auf Gras, aber auch Kies, Sand, Stein oder Schnee sind möglich. Die Spielfiguren sind aus Holz (z.B. Tanne oder Birke): 1 König (Kung), 10 Kubbs und 6 Wurfhölzer (Kastpinnar). Zur Abrenzung des Spielfeldes können 4 Eckpflöcke (Körnpinne) benutzt werden.
Material
1 König (30cm), 10 Kubbs (15cm) = 180cm Kantholz ca.6x6cm (Baumarkt: 3m = 5€)
6 Wurfhölzer 30cm x 3cm Durchmesser = 180cm Rundholz (Baumarkt: 2,40m = 7€)
2 oder mehr Farben (Baumarkt: je 8€)
Stichsägen (Sägeblatt muss lang genug sein!), Holzsäge, Sandpapier, Akkubohrer mit Schleifaufsatz, Schraubzwingen, Holzfarben, Pinsel, Pinselreiniger, Gläser, Unterlegplane, Schaufel+Besen, zum Deokorieren: Perlen, Nägel, Wolle etc.
Spielanleitung:
Es gibt verschiedene Regeln und Varianten, dies ist eine "willkürliche" Zusammenfassung von verschiedenen Quellen, die sich in unserer Pfadfinderschaft durchgesetzt hat.
Spielfeld: Da unsere Figuren etwas kleiner als das offizielle Maß sind, ist eine Fläche von 3 x 6 oder 4 x 8 m angemessen.
Aufbau: Die Spielfiguren werden dem Schema folgend aufgestellt, den König in die Mitte und beidseitig in gleichem Abstand zum König zwei Reihen von je 5 Kubbs.
Ziel des Spiels: Alle Kubbs des Gegners und als letztes den König umzuwerfen.
Werfen: Die Wurfstöcke werden am Ende angefasst und längs von unten geworfen (d.h. nicht quer, keine Hubschrauber- oder Schleuderwürfe). Würfe, die dieser Regel nicht entsprechen, sind ungültig und müssen wiederholt werden!Spielbeginn: Jedes Team wirft einen Wurfstock von der Grundlinie aus so dicht wie möglich an den König. Wer näher dran ist, beginnt. Der König darf dabei nicht umgeworfen werden!
1.) Team A wirft alle 6 Wurfstäbe von der Basislinie aus und versucht, die 5 Kubbs von Team B zu treffen.
- Wer den König trifft, bevor alle gegnerischen Kubbs umgeworfen sind, hat sofort verloren!
2.) Team B ist dran und wirft zuerst die evtl. getroffenen Kubbs von der eigenen Basislinie aus in die gegnerische Spielhälfte.
- Landet ein Kubb nicht im gegnerischen Spielfeld, hat man noch einen Versuch. Danach darf der Gegner den Kubb frei platzieren.
- Team A stellt die geworfenen Kubbs an Ort und Stelle auf.
- Falls ein geworfener Kubb einen vorher platzierten Kubb trifft, dürfen die beiden Kubbs aufeinander gestellt werden. (Sonderregel)
3.) Team B wirft nun die 6 Wurfstäbe von der Basislinie aus und versucht, zuerst (falls vorhanden) die gerade geworfenen eigenen Kubbs im gegnerischen Spielfeld zu treffen.
- Die getroffenen eigenen Kubbs werden aus dem Spiel entfernt.
- Falls ein Kubb der gegnerischen Mannschaft getroffen wird, obwohl noch eigene Kubbs im Feld stehen, muss er wieder aufgestellt werden.
4.) Wenn alle eigenen Kubbs umgeworfen sind, werden die Kubbs auf der gegnerischen Basislinie angegriffen.
5.) Team A ist wieder dran und wirft die eigenen umgeworfenen Kubbs von der Basislinie aus ins gegnerische Feld.
6.) Nun werden wieder zuerst die eigenen Kubbs aus dem gegnerischen Feld abgeworfen, danach der Gegner angegriffen.
- Aber: Wenn noch gegnerische Kubbs im eigenen Feld stehen, darf man bis zum vordersten Kubb gehen und von dort aus werfen!
7.) Wenn alle gegnerischen Kubbs umgeworfen sind, darf mit den übrigen Wurfstäben von der Grundlinie aus der König angegriffen werden.
- Ein Team hat gewonnen, wenn es alle Kubbs des Gegners und danach den König umwirft.
Historie:
Kubb war im Mittelalter bei den Wikingern weit verbreitet, es wurde mit "Vedkubbar" (Schnittholz auf Schwedisch) gespielt. Von daher kommt auch der Name "Kubb", was nichts anderes bedeutet als Holzklotz. Das Spiel symbolisiert ein Schlachtfeld, auf dem zwei Armeen, dargestellt durch je 5 Soldaten (Kubbs), um den König kämpfen. Dank der hanseatischen Handelsliga, welche im ganzen baltischen Raum tätig war, hatte sich das Spiel schnell in ganz Nordeuropa verbreitet. Ende de 14ten Jahrhunderts war Kubb in Skandinavien, England, Nordfrankreich und Deutschland weit verbreitet. Leider verschwand das Spiel seit dieser Zeit fast komplett von der Bildfläche. Die Kubb-Kultur wurde nur noch in Gotland gepflegt, bis 1999 das Spiel in Schweden von einigen lokalen Schreinern wieder produziert wurde und innerhalb eines Jahres zu einem grossen Hit avancierte.
Die Geschichte von Kubb geht jedoch noch weiter zurück. Kubb wurde schon von den alten Griechen gespielt - jedoch unter anderem Namen und mit Steinblöcken als Spielmaterial. Das älteste kubbähnliche Spiel wurde in Ägypten in einer Grabkammer entdeckt und auf 5200 v.Ch. datiert.
Seit 1995 werden die Kubb-Weltmeisterschaften auf Gotland ausgerichtet.
Die Kuba-Legende: Auf Kubbaner.de heißt es: "Wikinger brachten das Kubb-Spiel vor Jahrhunderten aus der Karibik nach Skandinavien. Dort gewann es unter der einfachen Landbevölkerung schnell an Bedeutung, besonders als Drohgebärde gegenüber dem eigenen Königshaus. Aus diesem Grund haben sich schon viel früher als im restlichen Europa sehr soziale und demokratische Entwicklungen trotz Feudaladel vollziehen können. In Kuba dagegen geriet Kubb unter dem zerstörerischen spanischen und amerikanischen Einfluss in völlige Vergessenheit. Nur der Name erinnert noch rudimentär an die eigentliche Herkunft des Spiels."Weitere Informationen
Wikipedia: Kubb | Swisscub.ch | Kubb-Spiel.de | Kubbaner.de | Kubb-Online.de
