Pfadfinderbewegung
Prinzipien und Methoden des Pfadfindertums
Der englische General Robert Baden-Powell veröffentlichte 1908 das Buch "Scouting for Boys", in dem er seine Vorstellungen des Pfadfinder seins und die Erfahrungen seines ersten Pfadfinderlagers auf Brownsea Island (GB) beschreibt. Es ist noch heute die Grundlage der weltweiten Pfadfinderbewegung und eines der meistgedruckten Bücher der Welt. Alexander Lion und Maximilian Bayer übertrugen es unter dem Titel "Das Pfadfinderbuch" ins Deutsche.
Entstehung der Pfadfinderbewegung
- 1907 Erstes Jugendzeltlager Baden-Powells auf Brownsea Island (GB). Entstehug der Pfadfindergesetze.
- 1908 Herausgabe des Buchs "Scouting for boys"
- 1909 Übersetzung und erste Pfadfindergruppen in Deutschland
- 1912 Gründung der Pfadfinderinnen ("Girl Guides") durch B.P.s Schwester Agnes, 1916 Übernahme durch seine Frau Olivia.
- 1920 Erstes Weltpfadfindertreffen (Jamboree) mit 34 Nationen
Grundprinzipien der Pfadfinder
- die Pflicht gegenüber Gott
- die Pflicht gegenüber Dritten
- die Pflicht gegenüber sich selbst
An diese drei Pflichten sollen uns die erhobenen drei Finger beim Pfadfindergruß erinnern. Auch die drei Blütenblätter unserer Pfadfinderlilie (Ritterliches Symbol für geistige Reinheit und Richtungszeiger auf alten Schiffs-Kompassen) sollen uns daran erinnern, in allen Situationen unseres Lebens diese Pflichten zu bedenken. Sie sind aber nicht als äußerer Zwang zu verstehen, sondern als Mahnung an die innere Einstellung.
Die Pfadfindermethode
- Leben nach Pfadfindergesetz und Pfadfinderversprechen
Persönliche Selbstverpflichtung auf die gemeinsamen Werte der Pfadfinderbewegung - Learning by Doing
Erfahrungs- und hanldungsbasiertes Lernen durch eigenes Tun (im Gegensatz zu "Frontalunterricht"). - Bildung kleiner Gruppen
Erziehung zur Selbständigkeit, Übernahme von Verantwortung und Charakterbildung (Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit) - Fortschreitende und attraktive Programme verschiedenartiger Aktivitäten.
Erweiterung des Horizonts und langfristige Bindung an die Gruppe durch Spiele, Erwerb von Fertigkeiten und Dienst am Gemeinwesen. Enger Kontakt zu Natur und Umwelt.
Bei den Kindern wird spielerisch gelernt, eine Beziehung zur Gruppe, zur Natur und Umwelt und Gott aufzubauen. Bei den älteren rückt die Fähigkeit zur "Selbsterziehung", dem ständigen Arbeiten an den eigenen Fähigkeiten und Charakterstärken, in den Mittelpunkt. Die Übernahme von Verantwortung wird gefördert, einerseits für die jüngeren Gruppenmitglieder, andererseits für die Gesellschaft als Ganzes.

